WR muss Planungen für Sevens Series ändern / Kader für Kanada nominiert

WR muss Planungen für Sevens Series ändern / Kader für Kanada nominiert

Aufgrund der weltweit wieder steigenden Corona-Infektionszahlen und den Einschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt, sah sich der Rugby-Weltverband nun gezwungen, umfangreiche Änderungen in den Planungen für die World Rugby Sevens Series vorzunehmen. Unterdessen hat Bundestrainer Damian McGrath einen leicht erweiterten Kader für das erste der beiden Weltserien-Turniere in Kanada nominiert. 
 
Demnach wird die Sevens Series 2021 ausschließlich aus den beiden Turnieren in Kanada, bei denen auch das DRV-Wolfpack als Einladungsteam dabei sein wird, bestehen. Die Turniere in Singapur und Kapstadt, geplant für den 29./30. Oktober beziehungsweise den 10. bis 12. Dezember, fallen hingegen aus. Das deutsche Team war bereits zu den Cape Town Sevens eingeladen und hätte wohl auch einen Startplatz in Singapur angeboten bekommen, allerdings hat sich diese Absage schon länger angedeutet.
 
Auch für die Saison 2022 ist noch vieles unklar. Fest steht wohl, dass der Saisonstart in Dubai stattfinden wird. Dort sollen dann aber gleich zwei Weltserien-Turniere in Folge ausgetragen werden: am 27./28. November ohne Zuschauer und dann am 3./4. Dezember mit einer dann erlaubten Zuschauerkapazität, die für die Dubai-Atmopshäre sorgen soll. Die Einladung an den DRV zu den Dubai 7s besteht weiterhin, sodass man davon ausgeht, an beiden Turnieren teilnehmen zu können.
 
Die Turniere in Sydney (AUS) und Hamilton (NZL) werden 2022 aller Voraussicht nach aufgrund der geltenden Einreisebeschränkungen nicht Teil der Weltserie sein. World Rugby ist nach eigenen Angaben allerdings bereits in Gesprächen über Ersatz-Austragungsorte.
 
Da es bis auf Weiteres offenbar keine Auf- beziehungsweise Absteiger in die Sevens Series geben wird, ist auch noch unklar, wie für 2022 und 2023 der Qualifikationsmodus zu den Weltserien-Turnieren aussehen wird, und auch, welche Kriterien für Einladungsteams gelten.
 
"Es ist im Moment wirklich kompliziert für alle Seiten. Wir hoffen, dass wir mit guten Ergebnissen bei den beiden Turnieren in Kanada nachhaltig auf uns aufmerksam machen können", sagte DRV-Vorstand Leistungssport Manuel Wilhelm zu diesen Entwicklungen.
 
Unabhängig davon hat Bundestrainer Damian McGrath einen erweiterten Kader nominiert, der sich ab dem 10. September in München auf die Turniere in Vancouver und Edmonton vorbereitet. Voraussichtlich am 11. September wird der endgültige 13er-Kader für das erste Turnier bekannt gegeben, der dann nach Kanada reist.
 
RG Heidelberg: Carlos Soteras Merz, Robin Plümpe, Tim Lichtenberg, Tim Biniak
RK Heusenstamm: Sam Rainger
TSV Handschuhsheim: Marcel Coetzee, Anjo Buckman
SC Neuenheim: Nicolas Rinklin, Manasah Sita
FC St. Pauli: Ben Ellermann
Hannover 78: Bastian van der Bosch, Phil Szczesny
SC Germania List: Niklas Koch, Felix Hufnagel
Berliner RC: Chris Umeh
Taunton Titans (ENG): Jonathon Dawe
 
Fabian Heimpel, der in Kürze heiratet, wird zumindest das erste der beiden Turniere in Kanada verpassen. Darüber hinaus erwarten Bastian van der Bosch und seine Frau im Zeitraum der Turniere erstmals Nachwuchs, sodass auch der Spielmacher von Hannover 78 wohl nicht für beide Turniere bereitstehen wird. Der Heusenstammer Leon Hees steht allerdings auf Abruf.
 
Kurioses ereignete sich um DRV-"Neuzugang" Frederick Roddick. Der Engländer mit deutscher Mutter, der die Coaches in Glendale überzeugt hat und für die Turniere in Kanada nominiert wurde, bekam beinahe zeitgleich auch eine Einladung vom Team Great Britain. Er entschied sich nun, in Kanada für das Team GB aufzulaufen.
 
Interessanterweise bedeutet das aber wohl nicht, dass damit seine Karriere im DRV-Team ein jähes Ende findet. Denn da Großbritannien kein Mitglied im Weltverband ist, bleibt er wohl spielberechtigt für Deutschland und aufgrund der bislang gezeigten Leistungen durchaus eine Option für den Bundestrainer.
 
"Das alles ist aus sportlicher Sicht nicht optimal, aber natürlich Teil des Sports", so Bundestrainer McGrath. "So eröffnen sich allerdings vielleicht für andere Spieler Möglichkeiten, sich auf diesem Level nachhaltig zu präsentieren."
 
In Vancouver (18./19. September) wird das Wolfpack in der Vorrunde zunächst auf Frankreich, dann auf die USA und abschließend auf Hong Kong treffen. "Das ist natürlich eine schwere Gruppe", so Damian McGrath, "aber auf diesem Level gibt es keine leichten Gegner. Wir freuen uns auf diese Herausforderung."
 
Da Vancouver im Vergleich zur deutschen Zeit neun Stunden zurücl liegt, werden die Partien um 19.06 Uhr, um 21.55 Uhr beziehungsweise um 0.06 Uhr deutscher Zeit angepfiffen.